Call for Papers: SeitenArchitekturen. Architektur & Raum im Comic

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Freitag, 07. Mai – Samstag, 08. Mai 2021
Haus der Universität, Düsseldorf
Kooperationsveranstaltung der AG Comicforschung und icon Düsseldorf

Architektur spielt für Comics und ihre Geschichten eine entscheidende Rolle. François Schuiten und Benoît Peeters stellen in Brüsel die Architektur eines imaginären Brüssel in den Mittelpunkt der Handlung; Jason Lutes baut in seiner Trilogie Berlin, im wörtlichen Sinne, seine Handlung um Berlin herum und verankert sie in der Architektur der deutschen Hauptstadt der Weimarer Zeit; Gotham City wird meist als düsteres Abbild der Architektur und Skyline von New York City gewertet, und Chris Ware verbindet in seinem vielgestaltigen Werk mit dem programmatischen Titel Building Stories architektonische Elemente der erzählten Welt mit experimentellen (Seiten)Architekturen und der Raumgestaltung des Comics als Medium und Material.

Als Forschungsgegenstände erleben Städte, Räume und Raumkonzeptionen in verschiedensten Disziplinen unterschiedlichster Fachbereiche allerspätestens seit dem sog. spatial turn eine neue Hochkonjunktur. Stadträume werden als (soziale) Kultur- und Gestaltungsräume in wechselseitiger Prägung untersucht; Theorien des Raumes und Theorien des Ortes mit- und gegeneinander entwickelt – auch als Analysekategorie für Texte – und (digitale) Räume der Medien erhalten immer größere Aufmerksamkeit. Die engere Bedeutung des Raumes als konkrete, topographische und architektonische Referenz auf Orte, Städte, Bauwerke und ihnen zugehörige Praktiken wurden insbesondere für Comics bisher nur wenig untersucht.

Unsere zweitägige Tagung zielt auf eine analytische Fruchtbarmachung des Raumbegriffs und richtet sich an Forschende verschiedenster Fachrichtungen sowie Comic-Schaffende, die sich mit den Themen „Architektur und Raum“ in Comics jeder Form und Sprache (einschl. Manga, bandes dessinées, etc.) beschäftigen. Gemeinsam wollen wir erkunden, wie das Medium Comic mit architektonischen Elementen umgeht, wie Architektur und Comic sich gegenseitig beeinflussen und prägen und welche Bedeutung Architektur im wörtlichen und übertragenen Sinn für das Medium Comic zukommt. Raum soll in diesem Verhältnis jedoch nicht als abstrakte Kategorie gedacht werden (wie etwa im Ansatz der topologischen Semantik). Vielmehr sollen Überlegungen zu tatsächlich dargestellten, architektonisch realisierten Räumen im Mittelpunkt stehen, sowie Fragen der Organisation des materiell-medialen Raumes von Comicseiten, Panels, Seitenaufbau und -architektur, etc. Mögliche Themenfelder können beispielsweise sein:

  • Reale Orte/Bauwerke/Städte/Architekturen und ihre Bedeutung und Darstellung in Comics
  • Räume der Comicseite bzw. des Comic-Mediums
  • Architektur als Praktik, Thema oder Gegenstand von Comics
  • Comics im virtuellen Raum

Abstracts von nicht mehr als 300 Wörtern für Vorträge von maximal 20 Minuten Länge in deutscher Sprache werden bis zum 31. August 2020 an die Mailadresse icon@hhu.de erbeten.

Die Tagung ist als Präsenzveranstaltung geplant. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sind wir darauf vorbereitet, auf ein Online- oder Mischformat umzusteigen.

 

icon Düsseldorf, das interdisziplinäre Comicforschungs-Netzwerk der Heinrich-Heine-Universität, nimmt das Medium Comic aus verschiedenen Fachperspektiven in den Blick. Hervorgegangen ist es aus dem Arbeitskreis Graphisches Erzählen, in dem 2015 erstmals Comic-Interessierte an der Philosophischen Fakultät zusammengekommen sind. Kolleginnen und Kollegen der verschiedensten Fachrichtungen, die teilweise bereits seit Jahren zu graphischen Erzählformen wie bandes dessinées, Comics und Mangas lehren, forschen und publizieren, setzen sich dafür ein, das Thema des graphischen Erzählens nicht nur in der Lehre präsent zu halten, sondern auch in der akademischen Community zu demonstrieren, welches Potenzial in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesen Texten liegt.

www.icon.hhu.de