Diversity-Steckbrief: Bernhard Frena

Bernhard Frena

Wie bist du in der Comicforschung gelandet und was interessiert dich an Comics besonders?

Für mich waren queere Webcomics der erste Zugang zu queeren Medien und einer queeren Community. Insofern boten Comics für mich immer schon einen starken Bezugspunkt, gerade wenn es um queere Erfahrungen geht. Darüber hinaus sind Webcomics niederschwellig im Zugang, für Fans wie Zeichner*innen. Gleichzeitig bieten sie eine breite Palette an medialen Möglichkeiten, von gestalterischen Mitteln wie loopende Animationen, bis zu direkten Interaktionen über Foren oder Social Media.

Was hat deine Forschung mit Diversity zu tun?

Überspitzt formuliert beschäftigt mich die Frage: Inwiefern verändern queere Erfahrungen die Welt? Mich interessiert, wie sich queere Communities rund um Webcomics bilden, wie sie miteinander, mit den Plattformen, mit den Zeichner*innen und mit den Comics interagieren. Dabei fokussiere ich aber gerade die Ebene der Erfahrung, also was dieses Gemeinschaft-Werden für die Beteiligten bedeutet, was es bewirkt, was es verändert.


Woran arbeitest du aktuell?

Meine aktuelle Forschung dreht sich vor allem um Auto-Ethnographie, New Materialism und Queer Theory. Auto-Ethnographie erlaubt mir in der Methode eine implizite Kritik am eingefahrenen, wissenschaftlichen Prozedere. Queer Theory und New Materialism sind dabei die Werkzeuge, die mir helfen meine Erfahrungen und die Erfahrungen von Inetrviewpartner*innen zu analysieren, sowie miteinander und mit der medialen Umgebung zu vernetzen.

Was machst du, wenn du nicht über Comics forschst?

Als Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Comic-Forschung und -Vermittlung, (OeGeC) versuche ich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen die österreichische Comicszene etwas besser zu vernetzen. Beruflich arbeite ich, mangels Universitätsstelle, vorwiegend als freier Journalist und Grafiker.