Zum Inhalt springen

Diversity-Steckbrief: Iris Haist

Iris Haist steht auf diesem Foto mit ihrem Rollator vor einem Graffiti, das eine rothaarige Frau zeigt, die ein Auge zukneift und den Mund weit geöffnet hat.

Iris Haist

Koordinationsteam AG Comicforschung

wohnt in Köln, arbeitet in der ZAV Bonn, Service für schwerbehinderte Akademiker

Wie bist du in der Comicforschung gelandet und was interessiert dich an Comics besonders?

Während meines Museumsvolontariats in Stuttgart habe ich Barbara M. Eggert kennengelernt und bin mit ihr in einen schönen Austausch über unsere Leidenschaft für Comics gekommen. Als ich 2018 nach Köln zog, hat sie mich überzeugt, dich in die AG Comicforschung einzutreten. Mit diesem Eintritt und so großartigen Forscher*innen wie z.B. Véronique Sina vor Augen bin ich also auch selbst zur Comicforschung gekommen. Geblieben bin ich da nicht zuletzt für meine knapp vierjährige Arbeit für die Erich Ohser – e.o.plauen Stiftung in Plauen von 2021 bis 2024.

An Comics interessiert mich besonders die Bildsprache: Wie wird erzählt, welcher Stil und welche Farbgebung werden für welche Hauptaussagen gewählt und eben solche Dinge, die meinem kunsthistorisch geschulten Auge besonders auffallen.

Was hat deine Forschung mit Diversity zu tun?

Die Diversität liegt in meinen Texten vor allem schon in der Eigenperspektive. Ich habe Friedreich-Ataxie, was eine chronische Nervenerkrankung ist. Dadurch sind mir etwa Comics mit Hauptcharakteren mit Behinderung näher als abled-bodied Figuren. Daher kommt auch meine Faszination für DCs Oracle. Da mir privat immer wieder meine Sexualität abgesprochen wurde, ist mir auch dieses Thema sehr wichtig.

Woran arbeitest du aktuell?

Aktuell arbeite ich an der Publikation eines Tagungsbandes mit dem Titel UN·ZEIT·BILDER – Perspektiven auf Comics und Cartoons zwischen 1930 und 1945, der im Christian A. Bachmann Verlag erscheinen wird.

Direkt danach setze ich mich an einen Essay für den von Monika Weiß (Uni Marburg) herausgegebenen Band Welcome to the Buffyverse – Von Lebenden, (Un-)Toten und ungebrochener Relevanz zu Feminismus, Körperbildern, Gender, Sexualitäten und Sex in den Comicadaptionen von Buffy – The Vampire Slayer.

Was machst du, wenn du nicht über Comics forschst?

Wenn ich nicht zu comicspezifischen Themen forsche, setze ich mich in verschiedenen Kontexten für mehr Inklusion und Teilhabe in Kulturarbeit, Gesellschaft und im Arbeitsleben ein, z.B. im Kontext des Sommerblut Kulturfestivals in Köln oder bei meiner Arbeit als Arbeitsvermittlerin für Akademiker*innen mit Schwerbehinderung.