Verkündung der Preisträgerin des ersten Martin Schüwer-Publikationspreises 2019

Zu Jahresbeginn 2019 hat die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) und die AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) zum ersten Mal den Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung ausgelobt. Mit insgesamt 14 Einreichungen (Selbst‐ und Fremdbewerbungen) lässt sich bereits jetzt von großem Interesse an dem Preis sprechen. Aus all diesen hervorragenden Aufsätzen aus dem Bereich der interdisziplinären Comicforschung ist ein Beitrag ganz besonders hervorgestochen: der Aufsatz  “The ‘Affected Scholar’. Reading Raina Telgemeier’s Ghosts as a Disability Scholar and Cystic Fibrosis-Patient” von Dorothee Schneider, der ersten Preisträgerin des Martin Schüwer-Publikationspreises für herausragende Comicforschung!


Dorothee Schneider, die vor 14 Tagen geheiratet hat und jetzt Dorothee Marx heißt, ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Englischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In ihrem Aufsatz, der im November 2018 im Kieler e-Journal für Comicforschung CLOSURE erschienen ist, untersucht Dorothee Marx, mit welchen medienspezifischen Strategien der 2016 publizierte Comic „Ghosts“ die weitestgehend unsichtbare Mukoviszidose-Erkrankung der Protagonistin visualisiert. Dabei kombiniert sie gewinnbringend eine narratologische Analyse des Comics mit der Perspektive der Disability Studies, die es ihr ermöglicht, über bestehende Forschungsansätze hinaus zu gehen, indem sie die Rolle persönlicher Krankheitserfahrungen in der kulturwissenschaftlichen Forschung thematisiert, reflektiert und verhandelt.

In ihrem beeindruckenden Aufsatz bringt Dorothee Marx, die selbst an Mukoviszidose erkrankt ist, ihre eigenen Erfahrungen als Patientin in die wissenschaftliche Analyse des Comics ein und lotet dabei aus, inwieweit eine akademisch fundierte Analyse von autoethnographischer Erfahrung profitieren kann. Damit macht die Autorin nicht nur den Ansatz der Disability Studies für die interdisziplinäre Comicforschung anschlussfähig. Mit ihrem hervorragenden Beitrag und der genauso fundierten wie detaillierten und sensiblen Lektüre des Comics bricht Dorothee Marx mit der Tabuisierung von ‚Behinderung’ in der Wissenschaft und gibt – wie sie selbst formuliert – Mukoviszidosekranken stellvertretend eine mögliche Stimme.

Wir gratulieren Dorothee Marx sehr herzlich zu diesem wunderbaren Beitrag und freuen uns, sie mit dem Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung auszeichnen zu dürfen!

Neben der Preisträgerin hat die Jury eine Shortlist von zwei weiteren Arbeiten benannt, die wir besonders lobend erwähnen wollen: Den Aufsatz „Opazität und Transparenz: Überlegungen zum poietischen Potenzial in Chris Wares Comics und Animationen“ von Nina Eckhoff-Heindl sowie den Beitrag „Visible Hand? Subjectivity and Its Stylstic Markers in Graphic Narratives” von Lukas Etter.

Nina Eckhoff-Heindl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und MSCA-Fellow im Programm „a.r.t.e.s. EUmanities“ der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Ihr Beitrag ist 2018 in dem von Hans-Joachim Backe, Julia Eckel, Erwin Feyersinger,
Véronique Sina und Jan-Noël Thon herausgegebenen Sammelband Ästhetik des Gemachten. Interdisziplinäre Beiträge zur Animations- und Comicforschung bei De Gruyter erschienen. Eckhoff-Heindls innovativer Aufsatz verknüpft brillant Fragen und Phänomene der Comic- und Animationsforschung und stellt sie in eine kunstwissenschaftlich erweiterte (‚poietische‘) Perspektive. Der Autorin gelingt es überzeugend, die Arbeiten des US-amerikanischen Comickünstlers Chris Ware medienübergreifend zu analysieren und dabei den Aspekt der Materialität in den Blick zu nehmen.

Lukas Etter ist Postdoc und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Anglistik der Universität Siegen. Sein Beitrag ist 2017 in dem von Maike Sarah Reinerth und Jan-Noël Thon herausgegebenen Band Subjectivity across Media: Interdisciplinary and Transmedial Perspectives im Routledge Verlag veröffentlicht worden. Der Aufsatz fokussiert die suggerierte Subjektivität von Comickünstler_innen und verfolgt damit nicht nur ein wichtiges Desiderat der noch jungen Comicforschung, sondern verdeutlicht damit auch die vielfältigen interdisziplinären Anschlussmöglichkeiten, die sich für die Comicforschung in der Auseinandersetzung mit Fragen von Stil und Autor_innenschaft ergeben. Mit Theorien und Methoden der (hier: amerikanistischen) Literatur- und Kulturwissenschaft identifiziert Etter an der suggerierten Subjektivität der Autor_innen zwei einander entgegen laufende Tendenzen: einerseits die explizite Unmittelbarkeit und Materialität der Linie auf dem Blatt Papier, andererseits die zielvolle Planung und Anordnung des Seitenganzen. Seine Überlegungen schließen dabei nicht nur an den Namensgeber des Preises, Martin Schüwer und seine Arbeiten, an, sondern entwickelt diese auch in beeindruckender Weise weiter.

Wir gratulieren Nina Ekchoff-Heindl und Lukas Etter ganz herzlich zu ihren beiden hervorragenden Beiträgen zur interdisziplinären Comicforschung! Die Preisverleihung wird im Rahmen der 14. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor), am 9. November 2019 um 18:00 Uhr in Schwarzenbach an der Saale stattfinden. Im Anschluss an die Preisverleihung wird Dorothee Marx einen Preisvortrag mit dem Titel „Approaching Ghosts – Creating affected scholarship“ halten. -> Weiter zum Tagungsprogramm

Die Jury des Martin-Schüwer-Preises 2019:
Stephan Packard
Véronique Sina
Lukas R.A. Wilde

Comicanalyse: Eine Einführung

Stephan Packard, Andreas Rauscher, Véronique Sina, Jan-Noël Thon, Lukas R.A. Wilde und Janina Wildfeuer

Comicanalyse

Im Zentrum des Einführungsbandes Comicanalyse, welcher Theorie und konkrete mediale Beispielanalysen anschaulich miteinander verbindet, steht die Beantwortung der Frage, welche Analysemethoden sich quer zu allen Disziplinen und ihren jeweiligen Grenzen benennen lassen, die sich in der Comicforschung bereits bewährt haben und hier als etabliert gelten dürfen. Vorgestellt werden sechs in der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion zentrale transdisziplinäre Ansätze, die weitgehend voraussetzungslos studiert werden können und ein je spezifisches begriffliches Instrumentarium zur eigenständigen Comicanalyse zur Verfügung stellen. Die Ansätze sind dabei untereinander kompatibel und – je nach Gegenstand und Forschungsinteresse – kombinierbar.
Der Band geht auf den AG-Workshop „Comic Criticism. Grundlagen der Comicanalyse“ im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) 2016 zum Thema: „Kritik!“ an der Freien Universität Berlin (28.09.-01.10. 2016) zurück.

Aus dem Klappentext:
„Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Comics in all ihren vielfältigen Formen hat sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland zu einem lebhaften interdisziplinären Forschungsfeld entwickelt, dem zudem ein steigendes Interesse an der Comicanalyse in universitären Lehrveranstaltungen gefolgt ist. Die vorliegende Einführung verbindet vor diesem Hintergrund einen kompakten Überblick über einschlägige Theorien, Begriffe und Methoden mit einer Vielzahl konkreter Beispiele, um die Produktivität einer Auswahl zentraler Ansätze zur semiotischen, multimodalen, narratologischen, genretheoretischen, intersektionalen und interkulturellen Comicanalyse zu demonstrieren.“

2019
J.B. Metzler
228 Seiten
eBook ISBN: 978-3-476-04775-5
Softcover ISBN: 978-3-476-04774-8

Zur Verlagsseite

Graphic Realities: Comics as Documentary, History, and Journalism

Hrsg. v. Schlichting, Laura / Schmid, Johannes C.P.

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Im interdisziplinärem Comicforschungs-Journal ImageTexT ist im Sommer 2019 eine special issue 11.1 der AG Comicforschung zu dem Schwerpunktthema “Graphic Realities: Comics as Documentary, History, and Journalism” erschienen, die von Laura Schlichting und Johannes C.P. Schmid herausgegeben worden ist. Die special issue ist komplett online verfügbar und geht auf die gleichnamige Kooperationstagung vom Februar 2018 in Gießen zurück.

Zur special issue ImageTexT 11.1

Aus der Einleitung der Herausgeber_innen:
„While comics have traditionally been associated with fictional, especially funny and/or fantastic stories, they have in recent decades become a major vehicle for non-fiction, as well. In particular, graphic memoir or autobiography constitutes a popular genre and has received widespread scholarly attention. As an especially personal and subjective form, drawing comics appears particularly suited to represent one’s own life and experiences. However, with the pioneering work of Joe Sacco, comics has also been fruitfully employed to materialize the experiences of others, often from marginalized groups. Yet, as this special issue shows, graphic narrative forms a long-standing tradition of addressing ‘realities’ that precedes the current format of the graphic reportage. Comics have been analyzed and theorized as works of documentary, history, and journalism. These forms of graphic non-fiction have been discussed especially with regard to the graphic narrative book, but also as contributions to serial news publications, and as webcomics. […] The articles collected here address a variety of issues concerning both theories and practices of graphic non-fiction, discussing the history of the form, as well as particular examples of its culturally-situated employment. What all articles have in common is their interest in the capacity of graphic narrative to represent realities as well as the possibilities and limitations that this endeavor entails.

Table of Contents:

Introduction to “Graphic Realities: Comics as Documentary, History, and Journalism”
by Laura Schlichting and Johannes C. P. Schmid

Graphic Narratives as Non-Fiction in the Late Middle Ages and Early Modern Era
by Dirk Vanderbeke

“True Story”: The Aesthetic Balancing Acts of Documentary Comics
by Nina Mickwitz

Drawing Truth Differently. Matt Bors’ Fictional Satire and Non-Fictional Journalism
by Dieter Declercq

9/11, Comics, and the Threatened Orders of Pictorial Media: Non-Fictional Comics as Historical Re-Enactment
by Lukas R.A. Wilde

Comics Journalism and Animated Documentary: Understanding the Balance Between Fact and Fiction
by Wibke Weber and Hans-Martin Rall

Blending Fact and Fiction in Graphic War Narratives: A Diachronic Analysis of Argentine Falklands War Comics
by Chiao-I Tseng and Tilmann Altenberg

Comics as Historiography
by Ofer Ashkenazi and Jakob Dittmar

Joe Sacco and the Quest for Documentation in Comics
by Jörn Ahrens

Die special issue ImageTexT 11.1 ist vollständig online verfügbar unter
http://imagetext.english.ufl.edu/

AG Comicforschung @ GfM 2019: Panel

gmf2019

S4.02: Comics und die Materialitäten von Mediengrenzen

Zeit: 15.30 – 17.30
Ort: Seminarraum S 93, Philosophikum; 68 Plätze

Chair: Lukas R.A. Wilde (Universität Tübingen)

Die Materialität des Comics ist nur im Plural zu fassen, beinhaltet sie doch viele unterschiedliche Facetten von Produktion, Distribution und Rezeption: gezeichnete Linien in Fundierung komplexer Seitenlayouts sowie ästhetische Erscheinungsweisen innerhalb spezifischer Trägermedien und ihren distinkten materiellen Eigenschaften.

Diese formal-ästhetisch orientierten Perspektiven auf Comic-Materialitäten werden im vorgeschlagenen Panel der AG Comicforschung um eine weitere Wendung ergänzt, die die konventionellen Mediengrenzen zwischen Comics und ‚Nachbarformaten‘ und die spezifischen Potenziale transmedialer Adaptionspraktiken in den Blick nimmt. Haptische Qualitäten und die daraus resultierenden Bedeutungsaufladungen sowie -verschiebungen stehen hierbei ebenso im Fokus wie jene diskursiven Praktiken, durch welche diese Grenzen erzeugt, aufgegriffen und permanent modifiziert werden. Materielle Mediengrenzen, auf die innerhalb von Comic-Erzählungen vielfach rekurriert wird, stellen damit zugleich eine ästhetische Ressource zur Verfügung, die sich für innovative Markierungsverfahren anbieten: etwa, wenn ihnen unterschiedliche diegetische Ebenen zugewiesen werden oder sie in rhetorischer Funktion mediale ‚Unmittelbarkeit‘ suggerieren.

Diese Potenziale werden in Perspektive auf vier Schnittstellen exemplifiziert: gegenüber den frühen Comic Supplements und ihrer Einbettung in das Trägermedium Zeitung; den intermedialen Relationen zwischen Comic und Bilderbuch; den spezifischen Collagetechniken, die Photographie, Literatur, Bilderbuch und Comic miteinander verschränken; sowie schließlich mit Fokus auf die stofflichen Qualitäten des Superheld*innenkostüms in Comic und Film.

Bevor das comic book ab Mitte der 1930er Jahre zum wichtigsten Trägermedium für sequentielle Bildergeschichten avancierte zirkulierten amerikanische Comics hauptsächlich als Teil von Tageszeitungen. In der frühen amerikanischen Comicgeschichte nehmen daher die sogenannten comic supplements—d.h. mehrseitige, farbige, diverse strips umfassende Comicbeilagen, welche als Teil der Sonntagsausgaben großer Tageszeitungen zirkulierten—eine bisher wenig beachtete Sonderrolle ein. Zwischen ihrem Auftauchen in den 1890ern und ihrem Verschwinden in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg boten farbige Zeitungsbeilagen dieser Art nicht nur Platz für spätere Klassiker der Comic-Kunst sondern halfen zudem, die regelmäßige Lektüre von kurzen Bildergeschichten als eigenständige massenkulturelle Praxis zu etablieren. Als zeitweise wichtigstes Zirkulationsmedium für Comics spielten Beilagen wie die comics section des „New York Herald“ zudem eine Schlüsselrolle für die Popularisierung und Evolution der Kunstform im Allgemeinen.

Aufbauend auf close readings der comics section des „New York Herald“ und seiner Nachfolgepublikation „New York Herald Tribune“ nimmt mein Vortrag die Medialität und Materialität der farbigen Comicbeilage in den Blick und situiert das Format innerhalb der sich rasch verändernden amerikanischen Massenkultur des frühen 20sten Jahrhunderts. Anhand einer exemplarischen Diskussion von Beilagen und Strips aus vier Jahrzehnten zeigt der Vortrag, dass das Format des comic supplements nicht nur aus comichistorischer Perspektive signifikant ist, sondern auch aktiv an der massenkulturellen Ausgestaltung moderner Freizeitregime beteiligt war. Dabei fokussiert der Vortrag insbesondere Aspekte der Seitengestaltung, mögliche Rezeptionspraktiken und Aspekte des ritualisierten Lesens, sowie die Einbettung der supplements in das serielle Trägermedium der Sonntagszeitung.

Das beständige Spiel mit Formen, Konventionen und Materialitäten der Trägermedien zeichnet die Comics von Chris Ware bereits mit Beginn seiner Comicreihe „Acme Novelty Library“ in den 1990er Jahren aus. Mit „Building Stories“ (2012) treibt Ware dieses Spiel auf die Spitze: In 14 unterschiedlichen Publikationsformaten (u.a. Zeitung, Leporello, Hardcover, ‚Kinderbuch‘, Magazin, Spielbrett) werden die Geschichten von fünf Bewohner*innen eines Chicagoer Mietshauses erzählt. Durch die Wahl der unterschiedlichen Trägermedien greift Ware die historische Entwicklung des Mediums Comic auf – so verweisen etwa die Zeitungs- und Magazinformate auf die frühen Publikations- und Distributionszusammenhänge von comic strips. Zusätzlich kontrastieren das in Leinen gebundene Hardcover sowie das an Eigenschaften eines Kinderbuches angelehnte Format mit dicken Pappdeckeln die widerstreitende Positionierung des Comics entweder als triviale Unterhaltungslektüre oder als ernstzunehmendes, hochkulturelles Werk.

Bei den Bestandteilen von „Building Stories“ trägt die spezifische Materialität des jeweiligen Formates zur Bedeutungsgenerierung innerhalb der Erzählungen bei und wird im Vortrag exemplarisch am ‚Kinderbuch‘-Format vor Augen gestellt: Die dicken Pappseiten des Einbandes und die Besitzfelder zur Personalisierung erzeugen die Erwartung einer reich bebilderten Kindergeschichte; die lesend Betrachtenden werden im Inneren aber mit comicspezifischen Panelarrangements und dem unaufgeregten Tagesablauf in einem Mietshaus konfrontiert. Es wird gezeigt, wie Ware durch die Verschmelzung von Kinderbuch- und Comic-Materialitäten die Reflexion von Darstellungskonventionen sowie kulturell geprägten Erwartungshorizonten im Spannungsfeld von Marginalisierung und Nobilitierung, Nostalgie und Wegwerfkultur anstößt und diese Erkenntnisse wiederum für die Erzählung fruchtbar macht.

Paratexte walten an den Grenzen eines Werkes um den Rezipienten Anweisungen zu geben, wie man den Text zu verstehen hat. In Illustrationen und Titelbildern besteht außerdem eine Tradition des intermedialen und assoziativen Paratextes.

Dave McKean hat als Illustrator oft paratextuell gearbeitet und ist vor allem für die Covers der Comicserie „The Sandman“ bekannt. Die diversen mixed media Techniken, die er dabei einsetzt, sind aber wie jede Collage grundsätzlich intermedial. Sie greifen auf diverse Basismedien zurück, zerstückeln, rekombinieren und metaisieren sie. Die Materialitäten und Grenzen der Basismedien werden dabei reproduziert oder nachgeahmt. Dadurch entstehen absichtliche, aber hochkomplexe „Fehlanzeigen“ der Paratexte, welche nicht nur Erwartungen und Assoziationen hervorrufen, sondern vor allem Mediendiskurse problematisieren. Identität, Rolle und Wertung der Medien werden also in Frage gestellt. Dazu kommt, dass die Wertung von Comics als sozialtaugliche Medien und Bilderbuch ohnehin problematisch ist, sodass McKeans Arbeit in diesem Kontext die Diskussion antreibt.

Das Material von Superhelden-Kostümen ist (zumindest im Comic) ein Mysterium. Sicher ist, dass es sich meist um einen elastischen Stoff ‒ Strumpfhosen nicht unähnlich ‒ handelt, in den zuweilen technische oder magische Gewebe eingearbeitet sind. Abseits dessen bleibt das Material ein blinder Fleck des Comics, auch, weil viele Superhelden-Kostüme streng genommen aus farblichen Flächen bestehen, die über die Körperformen gelegt sind und sie so nur dem Anschein nach verhüllen. Im Film gibt es demgegenüber einen regelrechten Material-Diskurs für Superhelden-Verfilmungen: Seit Michael Keaton in Tim Burtons „Batman“ (1989) in einem Panzeranzug auftrat, in dem er nicht einmal den Kopf bewegen konnte, gibt es kaum einen Superhelden-Film mehr, der sich nicht mit der Materialität der Kostüme beschäftigt. Dabei gibt die im Comic erzählerisch wenig relevante Lücke des Materials den Filmen die Möglichkeit, diese zu füllen und somit im Dreieck aus Herstellung, Materialtechnik und thematischer Verhandlung zu reflektieren. Daraus entstehen elaborierte Überlegungen zur Medialität und zum Verhältnis von Comic und Film, die Gegenstand des Vortrags sind. „Batman Returns“ (1992) und „Watchmen“ (2009) sind in diesem Zusammengang regelrechte Paradebeispiele. Der erste Film nämlich nutzt die mediale Transformation der Materialität des Kostüms, um aus einem Superhelden in Strumpfhosen einen in ‚Lack und Leder‘ zu machen, wodurch er erst eine postfreudianische Lesart des Genres anbieten kann. Der zweite Film hingegen reflektiert das Genre auch, indem er die Materialitäten von Kostümen in eine kleine Mediengeschichte überführt, sodass die Anzüge der frühen Helden im Film denen aus den ersten Superhelden-Verfilmungen der 1940er Jahre ähneln und die neueren von späteren Filmen inspiriert sind. Der Vortrag zeigt somit, wie Superhelden-Filme über die Darstellung von Materialien ganze Technik- und Kulturgeschichten in das Genre einziehen, um diese mit selbstreflexiven Elementen von Comics zu verbinden.

 

Approaching the Practices of Reading Comics: Perspectives from Phenomenology and Interface Studies // Call for Participation

Workshop of Cinepoetics – Center for Advanced Film 
Studies and the Committee for Comics Studies 
(AG Comicforschung) of the German Society for Media Studies (GfM)

Date: 29th/30th of November 2019 (Friday/Saturday)
Location: Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics, 
Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin
Max. 30 participants
Registration needed by 1st of October 2019, 
please write to 
lukas.wilde@uni-tuebingen.de and bjoern.hochschild@fu-berlin.de

How do readers engage with comics as texts, as material objects, as complex visual surfaces, or as structured experiences? The workshop „Approaching the Practices of Reading Comics“ would like to outline and discuss a ‚poiesis‘ of comics reading. With a different focus than the many narratological, formalistic, or semiotic approaches to comics and comics scholarship, two theoretical perspectives are put in relation to each other and to the medium: a potential ‚comic book phenomenology,‘ as well as the theoretical and analytical considerations of recent interface studies. Together, these approaches might conceptualize comic reading as an experience with and in relation to deliberately designed surfaces and a distribution of agency between artists and readers, facilitated by material and technological affordances. From this perspective, we would like to analyse and theorize comics in relation to readers’ experiences of time, space and motion. Differently from the moving images of film and related ‚real-time media,’ aspects such as the actual order, speed, and duration of reading a comic are traditionally controllable by the individual recipient. This poses particular challenges for a reception aesthetics of comics, further complicated in digital comics. In digital works autonomous movement and interactive affordances are either taken as a demarcation to ‚other media’ such as online games and animated motion comics (closer to film than to comics), or these aspects can become part of the design of a given digital comic themselves. The resulting aesthetic options—in digital as well as in analogue spaces—have rarely been explored in any detail.

Prior to the workshop, two comic texts are made available to all the participants: Chris Ware‘s Jordan Wellington Lint (2010, print) and Stuart Campbell‘s These Memories Will not Last (2015, digital). Each day focusses on one of these comics, which are explored together in thorough analytical discussions. The discussions are aided by theoretical impulses from two guest lecturers and analytical impulses by the workshop’s organizers.
The first day is dedicated to phenomenology. Simon Grennan will introduce his aetiological study of comics and comics pictoriality, A Theory of Narrative Drawing (2017), which represents the most comprehensive exploration of comics research with a phenomenological conception of intersubjectivity yet. After discussing Grennans work, Björn Hochschild (Berlin), who works on a phenomenology of comic (and film) characters, opens the analytical discussion of Jordan Wellington Lint.
The second day focusses on media theoretical interface studies. Christoph Ernst from the Committee for Interface Studies of the German Society for Media Studies (GfM) will provide an overview of a process-oriented notion of the ‚interface.‘ Here, the term is not exhausted in the description of technical user interfaces, but focuses rather on particular processes of subjectivisation derived from the distributions of mediated agency. The following discussion of These Memories Will not Last is initiated by Lukas R.A. Wilde (Tübingen), who explores questions of comic digitization from a media theoretical perspective.

Call for Participation

Deliberately designed to leave much space for extensive and dedicated discussions, the workshop is open to a maximum of 30 participants. We warmly invite comic scholars, particularly PhD candidates, to contribute to our program. In general, we’d like to focus not so much on self-contained presentations and instead offer everyone the opportunity to add challenging questions, discuss related problems, or introduce the participants to pertinent primary material that a focus on reception aesthetics might help to address in a new light. Both afternoons of the workshop are reserved for contributions of any kind and in any format. Please write us with ideas of your own by October 1, 2019:

lukas.wilde@uni-tuebingen.de and bjoern.hochschild@fu-berlin.de.

Preliminary Schedule:

Friday, November 29: Saturday, November 30:
10:00 Welcome and introduction to the topic 10:00 Welcome
10:30 Guest lecture and discussion: Phenomenological approaches (Simon Grennan) 10:15 Guest lecture and discussion: Interface-Studies – An Overview
(Christoph Ernst)
12:30 Lunch break 12:15 Lunch break
13:30 Brief approaches to analysis
(Björn Hochschild)

& Analytical discussion

13:15 Brief approaches to analysis
(Lukas R.A. Wilde)

& Analytical discussion

15:00– Participants’ ideas and formats 14:45– Participants’ ideas and formats
Afterwards Short Conclusion Afterwards Short Conclusion

 

CorpoRealities: Perceptions of ‘Extraordinary’ Time in Literature and Comics // Call for Papers

corpo
Workshop at Freie Universität Berlin, Thursday,
June 25 to Saturday, June 27, 2020


Literature and comics are each in their own specific ways ‘temporal arts’, unfolding sequences
of action, collapsing or contrasting story time and discourse time, and representing temporal
sequences in narrative or visual-spatial ways. Both media can deviate from chronological time
and work with flashbacks and flashforwards, fragmentation, thus evoking, for instance, the
layering of time and simultaneity. When representing experiences of ‘otherness’ due to illness
 and/or disability, perceptions of time that deviate from normal chronometry gain center stage:
 In the face of unexpected physical or psychic changes, subjective time may stretch or contract,
 bring one’s past and present into aggressive collision or cast a spotlight on mortality itself. 
This workshop focuses on the ways in which literature and comics represent the specific sense
of time that comes along with corporeal experiences. How do the two media show or tell such 
‘extraordinary’ time and what are their aesthetic, individual and sociopolitical repercussions?
 We invite papers on literary texts or comics; comparative perspectives are particularly welcome.

Possible topics include:
– time and the pregnant, pubescent or aging body
– acceleration and deceleration in the context of diagnoses, pain, or chronicity
– the experience of time in life with degenerative diseases
– ‘proliferation’ of time due to incubation and latency
– Nachträglichkeit (belatedness) and flashbacks in the context of traumatic experiences
– a/synchronicities in the context of memories or dementia
– deferral of time and the logic of postponement, e.g. after surgery
– ‘free time’ and latitude during illness
– prophylaxis, aftercare, and patient time management
– mortality and finitude
– perceptions of time in loss and grief

The workshop, held at Freie Universität Berlin, is a joint event of the AG Comicforschung and the PathoGraphics research project located at the Friedrich Schlegel
 Graduate School of Literary Studies (www.fsgs.fu-berlin.de/pathographics). Papers may be
presented in German or English. Speakers will receive a small lump sum towards travel and
accommodation expenses. Due to a planned publication of selected papers, we ask that
submitted abstracts are for papers not already promised elsewhere for publication.
Please send a 300-word-abstract and a short bio to Irmela Marei Krüger-Fürhoff, Stef Lenk and 
Nina Schmidt at pathographics@fsgs.fu-berlin.de by September 1, 2019. Submissions and
presentations are welcome in both German and English.

KörperZeiten: Darstellungen ‚anderen‘ Zeiterlebens in Literatur und Comic // Call for Papers

corpoWorkshop an der Freien Universität Berlin,
Donnerstag, 25. Juni bis Samstag, 27. Juni 2020

CLICK HERE for english version

Literatur und Comic sind auf je spezifische Weise ‚Zeitkünste‘, weil sie Handlungen entfalten, Erzählzeit und erzählte Zeit kreativ zusammenfallen lassen oder kontrastieren können und zeitliche Abläufe narrativ bzw. im Comic zusätzlich visuell-räumlich darstellen. Dabei sind sie keiner einfachen Chronologie unterworfen, sondern können Analepsen und Prolepsen einsetzen und Fragmentierungen, Überlagerungen und Gleichzeitigkeiten evozieren. Vor allem bei der Darstellung ‚anderer‘ Erfahrungen wie der von Krankheit oder Behinderung spielen Zeitwahrnehmungen, die von einer ‚normalen‘ chronometrischen Zeit abweichen, eine zentrale Rolle: Angesichts tiefgreifender körperlicher oder psychischer Veränderungen kann Zeit sich subjektiv dehnen oder zusammenziehen, Vergangenes gewaltsam in die Gegenwart einbrechen oder die Endlichkeit des Lebens in den Blick geraten.

Der Workshop widmet sich diesen Eigenzeiten des Körpererlebens und fragt nach ihren je spezifischen Darstellungsmöglichkeiten in den beiden Medien Literatur und Comic. Auf welche Weise kommen ‚andere‘ Zeiterfahrungen in den Blick oder zur Sprache und welche ästhetischen, individuellen und gesellschaftspolitischen Bedeutungen des Zeiterlebens werden dabei vermittelt? Wir freuen uns auf Vorträge zu literarischen Texten oder Comics; vergleichende Beiträge sind besonders willkommen.

Mögliche Themen sind:
– Eigenzeiten des Körpers im Kontext von Schwangerschaft, Pubertät oder Altern
– Beschleunigung und Verlangsamung bei Diagnosen, Schmerz, Chronizität
– Zeiterleben bei degenerativen Erkrankungen
– Vervielfältigung von Zeit durch Inkubation und Latenz
– Nachträglichkeit und flashbacks im Kontext von Traumata
– (Un)Gleichzeitigkeiten im Kontext von Erinnerungen oder Demenz
– Gestundete Zeit und Logik des Aufschubs, z. B. nach operativen Eingriffen
– Freiräume und Frei-Zeiten des Krankseins
– Prophylaxe, Nachsorge, eigenverantwortliches Zeitmanagement
– Zeit und Sterblichkeit
– Eigenzeiten von Verlust und Trauer

Der Workshop an der Freien Universität Berlin ist eine Kooperationsveranstaltung der AG Comicforschung und des PathoGraphics-Forschungsprojekts an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien (www.fsgs.fu-berlin.de/pathographics). Er findet in deutscher und englischer Sprache statt. Referent*innen erhalten eine geringe pauschale Unterstützung für Reise- und Übernachtungskosten. Da eine Veröffentlichung ausgewählter Beträge geplant ist, bitten wir ausschließlich um Abstracts zu Vorträgen, die nicht schon für eine Publikation an anderer Stelle vorgesehen sind. Wir freuen uns über deutsche oder englische Abstracts von 300 Worten und kurze biographische Angaben und bitten um Einsendung bis zum 1.9.2019 an Irmela Marei Krüger-Fürhoff, Stef Lenk und Nina Schmidt über pathographics@fsgs.fu-berlin.de.

COMICS/POLITICS 2nd Annual Conference of the Comics Studies Society

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Im Juli ist die AG Comicforschung auf der auf der Jahrestagung „Comics/Politics“ der Comics Studies Society (CSS) in Toronto (25.-27.7.19) mit einem Panel vertreten. Das CSS-Panel wurde in Kooperation mit der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) konzipiert und organisiert.

COMICS/POLITICS 2nd Annual Conference of the Comics Studies Society
25.-27. Juli, 2019 at Ryerson University

AG-Panel: The Politics of the Represented Body
11:30-12:45 Session 10, Panel 10.1

Chair: Jonathan Flowers, Worcester State University

Véronique Sina (Cologne): “’I am not these feet’: Representations of the ‚dis/abled‘ body in Kaisa Leka’s autobiographical comic.”

Stephan Packard (Cologne): “Is Howard a Duck? Politics and Economics of the Cartoon Body.”

Daniela Kaufmann (Independent Scholar, German Society for Comic Studies): ”‘A Study in Black and White’ – Color Change and Gender Fluidity in George Herriman’s Krazy Kat.”

Weitere Infos unter: http://comicssociety.org/conference/program/

Call for Papers: Participations: Journal of Audience & Reception Studies

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Themed Section: Comics/Fandom: Interdisciplinary Perspectives on the Intersection of Fan Studies and Comics Studies

Expected publication date: November 2020

Co-Editors: Sophie G. Einwächter (Philipps-University Marburg, Germany); Vanessa Ossa (University of Tuebingen, Germany); Véronique Sina (University of Cologne, Germany), and Sven Stollfuß (University of Leipzig, Germany)

Participations is an online journal devoted to the broad field of audience and reception studies. It aims to bring works and debates from various fields concerned with media and culture into dialogue. The journal has pioneered a system of open refereeing for all contributions, designed to encourage open, critical debate among researchers. For more information see: http://www.participations.org.

Call for Papers

Considering how crucially comic book marketing depends on loyal customers, especially fans, and to how great an extent the ever‐expanding franchises surrounding Marvel’s or DC’s comic worlds rely on user participation and fandom, it seems striking that the connection between comics studies and fan studies has hardly been explored in any great detail so far. Is this because comics studies focus on the text and fan studies on its recipient? Depending on the respective national background, comics studies, may have stronger roots in (comparative) literary studies, art history, or philology while fan studies are predominantly grounded in media and cultural studies or in sociology (focusing on individual and mass consumption practices or group phenomena).

The aim of the themed section is to bring together contributions that address overlaps and frictions between fan and comics studies. Potential topics for contributions may include, but are not limited to, the following questions:

  • In which ways do approaches and perspectives, topics, and objects of investigation differ in comics studies and fan studies?
  • In how far can comics studies profit from fan studies’ approaches and conceptions – and vice versa?
  • Which production, distribution, and consumption practices of comics and other media formats rely on and inspire fan cultural practices?
  • What is the role that cult fandom plays within professional contexts, either in the industry (as comic or media fans aspire to become illustrators, designers, authors, producers etc.), or within academia (as comics scholar‐fans and film/tv scholar‐fans emerge as leading figures within certain disciplinary fields)?
  • Are there gendered notions for the respective fields – perhaps a tendency for comparatively ‘male-dominated’ comics studies to stand out against more ‘female‐oriented’ fan studies?
  • Historical perspectives on comics studies and fan studies

The editors are happy to receive submissions from a variety of disciplines and are particularly interested in encouraging submissions from a range of research contexts. We welcome theoretical essays as well as empirical studies from various methodologies.

Please submit a 500-word abstract along with a 100-word author bio to sven.stollfuss@uni-leipzig.de. Please title the email “Participations Themed Section Fandom/comics – your last name.”

Articles will be published in English. We recognize that writing in English can be challenging for authors who are not native speakers. As editors, we will help where we can, but we kindly ask authors to arrange for proofreading by a native speaker before confirming the acceptance of a submission. Please indicate in your proposal if you have access to proofreading, so that a good standard of presentation can be ensured.

Please visit the journal’s information for submission guidelines at www.participations.org.

DEADLINES
Abstracts Due: October 31 2019
Decisions to Authors: November 30 2019
Full submissions: May 1 2020
Final drafts: September 1 2020
Publication: November 2020

Contact Info: Sven Stollfuß, Junior Professor for Digital Media Culture, University of Leipzig, sven.stollfuss@uni-leipzig.de

International Conference on Narrative

pamplona

Im Mai/Juni ist die AG Comicforschung auf der „International Conference on Narrative“ in Pamplona (30.5.-1.6.19) mit einem Panel vertreten.

International Conference on Narrative
May 30 – June 1 at the University of Navarra in Pamplona, Spain

AG-Panel:
Clutter in the Glutter: Visual “Disorder” in Comic Book Narratives
1. Juni 2019 | 15.30h-17h

Chair: Vanessa Ossa, University of Tübingen

Lukas R. A. Wilde (Tübingen): “Graphic Mediation and Material Re-Enactment: Sebastian Lörscher’s Making Friends in Bangalore.”

Vanessa Ossa (Tübingen): “The Fragmented and Layered Narrative in Matt Kindt’s ComicSeries Mind MGMT.”

Marina Rauchenbacher & Katharina Serles (Vienna): “Queering Comics: ‘Fatties’ and ‘Whores’, Gender Gaps and Body Signs.”

Die Konferenz wurde organisiert von:

Prof. Rocío G. Davis (rgdavis@unav.es)
Prof. Rosalía Baena (rbaena@unav.es)
Prof. Anabel Martínez (abmartinezg@unav.es)

Department of Philology
School of Humanities and Social Sciences
University of Navarra
31009 Pamplona, Spain

Weitere Infos unter: https://www.unav.edu/web/narrative-2019/program